sicher auf vier Beinen!

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           sicher auf vier Beinen

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Teufelbert Tollfuss

   Ich glaubte es kaum, aber es dürfte wahr gewesen sein: der Niederösterreichische Landtagspräsident Hans Penz, schon bekannt als bellender Kettenhund des ehemaligen Landeskaisers Erwin des Ersten (und hoffentlich Letzten) nahm an einer Gedenkveranstaltung der CV-Verbindung Franco-Bavaria anlässlich des 125.Geburtstages für den Arbeitermörder Engelbert Dollfuss teil (beim Februaraufstand 1934 gegen den Faschismus wurden schwerverletzte sozialdemokratische Schutzbündler gehängt! Seither hält sich mein Mitleid für die Ermordung des austrofaschistischen Diktators zumindest in Grenzen!).

Dollfuss ließ Parlamentssitzungen polizeilich auflösen und 1933, also noch vor Hitler, ein verschämt „Anhaltelager“ genanntes KZ für Sozialdemokraten und Kommunisten errichten.Er schaltete Parlament und Verfassungsgerichtshof aus und errichtete eine faschistische Diktatur. Soviel zu den unleugbaren Tatsachen dieses noblen Herrn!

Nun finde ich den Namen Franco-Bavaria für eine österreichische Studentenverbindung schon etwas eigenartig, vor allem im Hinblick auf die Ermordung des von dieser bewunderten Austrofaschisten Dollfuss durch Nazis! Als überzeugte Österreicher hätte man sich ja zum Beispiel Carintho-Tyrolia oder etwa Vienna-Styriaca nennen können, auch Salisburgo-Pannenonica wäre eine Option gewesen! Als Optimum hätte sich einfach „Austriaca“ angeboten, aber bitte, ich akzeptiere als Entschuldigung, dass man die Namen österreichischer Bundesländer oder gar Gesaamt-Österreichs nicht mit einer solchen Verbindung beflecken wollte!

Das Bild des Festkommers zeigt die Teilnehmer in bunten Uniformen (natürlich ohne rot-weiß-rot) mit ihren (Verzeihen Sie mir bitte, aber es sind wirklich lächerliche) Käppchen, und, wenn mich mein Auge nicht trügt sind die Schärpen in den österreichischen Nationalfarben rot-schwarz-gold gehalten!

Zum Zitat des „Ehrenleibburschen“, „das gesamte österreichische Volk würde um ihn, den großen Wiedererwecker des Vaterlandes trauern“, kann ich nur sagen: „ich nicht“, und ich bin sogar überzeugt, dass die überwiegende Mehrheit der österreichischen Bevölkerung ihre Trauer ebenfalls in Grenzen hält! Ich empfinde diesen Ausspruch sogar als schwere Beleidigung für die Österreicher, die in überwiegender Mehrheit zu einem demokratischen Rechtsstaat stehen, also jener Einrichtung, die Herr Dollfuss mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, sogar der Bundesheerartillerie, bekämpft und zerstört hat!

Ehrlich gesagt finde ich, dass diese „Gedenkfeier“ zu Ehren eines Politverbrechers eigentlich auch unter das Verbot eines Wiederbetätigungsgesetzes fallen sollte! Schließlich war Dollfuss zu allem Überdruss auch noch Rassist und regte ein Beitrittsverbot für jüdische CV-Mitglieder an.

Ich bin natürlich gegen die Ermordung eines Politikers, ein ordentlicher Geschworenenprozess mit anschliessender Einkerkerung in seinem „Anhaltelager“ Wöllersdorf wäre für seine Verbrechen als Arbeitermörder und Republikzerstörer die gerechtere Strafe gewesen!

Zumindest in der Nachkriegszeit wäre eine relativ reelle Sicht der schlimmen Ereignisse in der Ersten Republik möglich gewesen, fand aber nicht statt. In der Volksparteizentrale hing das Dollfussbild bis vor kurzer Zeit, und nur der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe nach, wurde das Bild schließlich entfernt!

Es ist ja lobenswert, dass „unsere Hanna“ als Landehauptfrau sowohl Ehrenschutz als auch Teilnahme verweigerte, aber könnte man nicht Herrn Ing. Penz in die Wüste schicken? (zum Beispiel Jemen, Saudiarabien oder Syrien, da sind solche Vorbilder wie Dollfuss sicher gern gesehen!)

Ich lade Sie ein, unter „Johann Penz-Wikipedia“ die Zahl der Auszeichnungen und Ehrenzeichen zu bewundern, die man dafür erhält, wenn man sich in der erst vor kurzem aufgehobenen Landesdiktatur Niederösterreich im 21.Jahrhundert als Präseident eines Landesparlaments! (sic!) für den Zerstörer der Ersten Republik einsetzt!

Ich möchte aber nicht einseitig sein und auch ein Positivum über Dollfuss, wahrscheinlich das Einzige, vermelden: die Dollfuss  10-Schillingmarke hat später unter Philatelisten einen sehr hohen Wert erzielt!

Pilzgenuss

Ein Erlebnis, in dem sich ständig Frust abspielt, aber von Zeit zu Zeit doch unerwartete und beglückende Erfolgserlebnisse in Erwartung auf das abendliche selbst zusammengesuchte Festessen. Eine atavistische Tätigkeit, die uns zurückführt in die Altsteinzeit als Jäger und Sammler. Jagd selbst ist ja kein archaisches Erlebnis mehr, wenn man mit modernsten Waffen und Zielfernrohr auf ein Häschen statt mit Speeren auf ein Mammut losgeht. Da sind ja die Stierhatzen in den Straßen Pamplonas noch ehrlicher, da hat auch der Stier eine reelle Chance, Testosteronüberschüssige Schwachköpfe auf seine Hörner zu nehmen.

Aber bleiben wir beim Schwammerl-und Beerensuchen als wahre Renaissance unserer Vorgeschichte. Wer kann das beglückte Leuchten in den Augen eines passionierten oder pensionierten Schwammerlsuchers( hochdeutsch „Pilzforschers“)  beschreiben, wenn er das beglückende gelbe Leuchten einer Eierschwammerlkolonie (hochdeutsch „Pfifferlingsbataillon“) erblickt? Wer das „urgeile Feeling“ (ich bitte für die relativ unseriöse Ausdrucksweise um Entschuldigung, aber es lässt sich einfach nicht besser beschreiben!) beim Aufstöbern eines braunen Hutes, unter dem sich der Strunk eines Herrenpilzes abzeichnet? Wer das enttäuschte Aufjaulen, wenn sich dieser Einbeinige als Satanspilz entpuppt? Wer das befriedigte Rülpsen nach dem Genuss eines gebackenen Parasolhutes mit frischem Sturm? (Bitte, am Praterstern ist Rülpsen nicht empfehlenswert, da wurden schon mal 70 Euro für diese befreiende Tätigkeit von der Polizei kassiert. Wir wissen ja, der Praterstern hat es kriminaltechnisch in sich!) Dabei widerspricht diese Strafe der Religionsfreiheit, als Lutheraner darf man offiziell rülpsen, da unser Religionsgründer Martin Luther die Frage stellte: „Warum rülpset und pforzet Ihr nicht, hat Euch das Essen nicht geschmecket?“

Wer kennt nicht den traurigen Blick des Sammlers beim herrischen Wegwerfen von köstlichen Birkenpilzen und Heiderotkappen durch gestrenge Ehefrauen, die keine Ahnung der heimischen Pilzkunde haben und außer Eierschwammerln und Steinpilzen maximal noch Maronenröhrlinge aus Angst vor der drohenden Lebertransplantation akzeptieren? Man stelle sich vor, Rotkappen, Birkenpilze, Hallimasche und ähnliche Köstlichkeiten! Dabei haben wir extrem kompetente Lebertransplanteure in Wien, also sogar ein Mahl mit köstlich zubereiteten Knollenblätterpilzen muss  nicht hundertprozentig auf dem Friedhof enden! (Da gibt es allerdings keine wirklich alten Rezepte, denn damals überlebte wirklich keiner, sodass über die optimale Zubereitung noch diskutiert wird!)

Manche Frauen haben auch einfach Angst vor sexueller Belästigung durch Pilze, wobei von genießbaren Exemplaren durchaus kein Grund besteht! Trotzdem- wer beschreibt das Entsetzen, wenn die Köchin den Großteil des mühsam aufgespürten Steinpilzes wegen ein paar Würmern einfach wegschmeißt? Wo doch die Kombination von Pilz und Fleisch in Form eines Schwammergulasches überhaupt das Zweithöchste nach einer Burenwurst am Würstelstand nach Mitternacht ist?

Putinversteher

Also, rein prinzipiell verstehe ich Putin nur, wenn er deutsch spricht, das kann er ja ganz gut! Was er auf russisch von sich gibt, verstehe ich nicht, und da er alle seine politischen Aussagen auf russisch macht, verstehe ich diese im Gegensatz zu unseren Freiheitlichen überhaupt nicht. Aber wahrscheinlich können die alle so gut russisch! Ginge es aber um Trinkfestigkeit, wäre wohl Bürgermeister Häupl wie einst Leopold Figl der optimale Verhandler in Moskau!

Für unsere zweitliebste Regierungspartei ist Putins Demokratie-und Rechtsstaatlichkeitsverständnis natürlich ein leuchtendes Vorbild. Die Kronenzeitung und „Österreich“ hätte man sowieso im Griff, die „NöN (Niederösterreichischen Nachrichten) wurden ja bereits vor Jahrzehnten vom NÖ Diktator „Erwin Pröll I. und Einzigen“ gezähmt, und die Journalisten der übrigen miesen Blätter wie „Presse“, „Standard“, „Salzburger Nachrichten“ und Co. könnte man ja in „konzentrierten Einrichtungen“ a la Putin, Erdogan oder neuerdings auch Kickl umerziehen!

Irgendwie fühlte ich mich persönlich unter der Bedrohung des alten Sowjetregimes sicherer, das akzeptierte die bestehenden Grenzen im Gegensatz zu Putins Krimabenteuer zumindest. Putin dagegen ist offenbar alles „wurscht“: er opfert seine U-Boot-Besatzungen, verwüstet Naturschutzgebiete für Olympische Spiele, unterstützt einen Massenmörder in Syrien, greift mittels Cybertechnik in Wahlkämpfe westlicher Demokratien ein und unterstützt auf diese Weise die Wahl eines absoluten Vollidioten zum amerikanischen Präsidenten.

Dabei habe ich noch gar nicht die unbeschreiblichen innenpolitischen Verhältnisse Russlands erwähnt: eine sogenannte „Demokratur“ reinsten Ausmasses-Gegenkandidaten werden inhaftiert, harmlose Sängerinnen wie „Pussy Riot“ ins Arbeitslager geschickt, JournalistInnen entweder mundtot gemacht oder umgebracht, Fake-News beherrschen die Szene, Umweltschutz existiert nicht…

Das ist also das Vorbild der Partei unseres Vizekanzlers! Armes Österreich! Armes Russland! Armer Vizekanzler! (Leider ist das bei der heutigen politischen Ethik nicht auf Blaue begrenzt, Herr Schröder, ehemals von der SPD, steht ja schließlich auch in Putins Diensten!) Also, auch armes Deutschland!

PS: wieso gibt es eigentlich noch kaum Nordkoreaversteher? Nur wegen der

Frisur des Großen Vorsitzenden? Über solche Äußerlichkeiten sollte man

sich doch hinwegsetzen können!

Sind Männer die schöneren Frauen?

Dieses Statement (Verzeihung, diese Feststellung für unsere „freedom governors“, Verzeihung, für unsere freiheitlichen Regierenden) gilt natürlich nur dann, wenn diese tapferen Männer durch Narben im Gesicht geziert sind, die von heldenhaften Kämpfen mit Ihresgleichen zeugen! Besonders schön werden diese Visagen, wenn man die blutende Wunde mit Zucker auffällt, dann werden sie richtig wulstig! Ein narbenloses Gesicht gehört natürlich einem feigen Bubi, das es nicht wagt, der blanken Klinge germanischer Helden furchtlos ins Auge zu sehen.

Rein vernunftsmäßig könnte man nun argumentieren, dass die männliche Variante des Homo sapiens nicht unbedingt die Gewohnheiten der Revierkämpfe im Tierreich nachahmen muss, schließlich hat sich bei der Mehrzahl dieser Spezies inklusive der Männchen, aber leider bei weitem nicht aller, ein funktionierendes Großhirn entwickelt, das dazu verhelfen sollte, das menschliche, ja sogar das männliche Sozialleben eigentlich etwas niveauvoller zu gestalten. Dafür muss allerdings der Quotient Großhirn zu Testosteronspiegel deutlich über 1 liegen!

Dabei haben die meisten Männchen im Tierreich den testosterongesteuerten Narbengesichtern etwas voraus: ihre tatsächliche Schönheit! Vor allem in der Vogelwelt beeindrucken buntgefiederte Männchen in einer Weise, denen die vernarbten und nur durch schwarz-rot-goldene lächerliche Käppchen und Schärpen kolorierten dubiosen Kämpen nichts entgegenzusetzen haben, infolge der vorteilhaft vernetzten Neurone von Papageien und Rabenvögeln nicht einmal ein vergleichbares zentrales Denkorgan!

Ich bin stolz auf meinen Vater, der zwar in den Dreißigerjahren schlagender Student war, aber spätestens 1945 sich dafür geschämt hat! Heute, immerhin mehr als 70 Jahre später in einer relativ aufgeschlossenen und wirtschaftlich gesicherten Epoche dieser vorsintflutlichen Freizeitbeschäftigung nachzugehen, erscheint bezüglich Zeitform einfach in das Plusquamperfekt (Verzeihung, in die Vorvergangenheit) zu gehören („PLO“-Plusquamperfekte Organisationen)

 

Ode an die Zahnfee

Niemand, der keine Probleme mit diesen 32 bösartigen Kobolden hat, kann abschätzen, wie ein Leben ohne oder zumindest mit einem hochprozentigen Verlust selbiger an Qualität verliert! Erst wenn man an der Schwelle der Zahnlosigkeit steht, kämpft  man für die Aufnahme dieser Speisenzerkleinerungswerkzeuge zum Weltkauerbe der UNESCO.

Ich selbst kann meinen Zähnen nur mehr eine Abschiedselegie widmen. Sie waren von Anfang an nicht gerade umwerfend und gingen einen Geheimpakt mit einer gewissen „Karies“ ein, einem düsteren Weib, offenbar eine Mafiosa im Dienste der an Verarmung leidenden Zahnärzte. Ich bin wirklich nicht frauenfeindlich, aber da das Wort Karies weiblichen Geschlechts ist, gehe ich von femininer Genese aus.

Ich wurde daher ein enger Bekannter des Bohrers, zu einer Zeit, als die Lokalanästhesie für Kinder und Jugendliche offenbar verpönt war („ein junger Indianer kennt keinen Schmerz!“) und die Bohrerumdrehungen maximal 5 pro Minute betrugen. Ja, selbst der Name des Zahnarztes, Drdla, gemahnt an das damalige Bohrgeräusch! Später, als das Wort „Wurzelziehen“ bereits im Mathematikunterricht nicht wirklich gut besetzt war, breitete sich diese unselige Tätigkeit auch auf mein Gebiss aus. Stecken Mathematiklehrer mit Zahnärzten etwa unter einer Decke?

Der Zahnarztwechsel bescherte mir bzw. damals noch meinen Eltern die erste „goldene Epoche“ meines Gebisses. Amalgamplomben wurden nun in Goldimplantate umgewandelt, was meinen Vater, den Landarzt zu Penzing, fast in eine finanzielle Existenzkrise gestürzt hätte!

Nach der erfolgreichen Mathematikmatura und gefühlten 32 Wurzelbehandlungen ließ sich mein Gebiss eine neue Teufelei einfallen: die Weisheitszähne, natürlich nicht gerade wachsend wie es sich für  ordentliche Zähne gehört, sondern querliegend, rührten sich auf so unangenehme Weise, dass ich mich nach der Ära der Wurzelbehandlungen zurücksehnte. Also wurden sie herausgemeißelt; allein dieses Wort beschreibt sehr schön, was sich bei dieser Tätigkeit abspielte und wie mein Gesicht einige Tage später aussah! Offenbar hatte sich die Abschaffung der Folter durch Maria Theresia noch nicht bis in die zahnärztlichen Kreise herumgesprochen, das zeigt die Aktualität in dieser medizinischen Sparte!

Nachdem ich auch diesen Kelch bis zur Neige ausgetrunken hatte, war ich an zahnbedingte Schmerzen derart gewöhnt, dass ich fast wirklich zum schmerzunempfindlichen Indianer mutierte. Nicht einmal der „aufmunternde“ Ausspruch meines Zahnarztes: “Das  wird Ihnen jetzt nicht gefallen!“ konnte meine stoische Ruhe auf seinem Martersitz stören. Sein Ausspruch bezog sich aber offenbar vor allem auf die Rechnung, und da hatte er allerdings  auch wirklich Recht!

Es folgte nun, zahnhistorisch gesehen, die „zweite goldene Periode“; golden natürlich nicht für mich, sondern den behandelnden Zahnarzt. Er versorgte mich mit diversen Brücken, sodass mein Gebiss mit Venedig durchaus vergleichbar wurde, wobei jede einzelne Brücke mehr kostete als ihr Pendant in der Lagunenstadt. Es zeigte sich allerdings, dass die Beständigkeit der Brücken eher mit jener der alten Reichsbrücke vergleichbar war. Die Brücken und ihre Pfeiler gaben mit der Zeit ihren Geist auf, und mein Gebiss sah in kurzer Zeit so aus, als wäre Venedig bombardiert worden. Etwa jeden Monat spuckte ich einen Zahn aus. Mein Zahnarzt warf das Handtuch und überwies mich zum Kieferchirurgen.

Da stand ich nun, ich armer Tor, war zahnlos so wie nie zuvor! (Stimmt natürlich nicht, aber kurz nach der Geburt hat mich das komischerweise kaum gestört). Das Schicksal (oder die Zahnfee?) hat leider noch schlimmer zugeschlagen: in der Zwischenzeit opferte ich die letzten beiden Oberkieferzähne dem Hl. Dentus, dann konnte ich nur mehr mit Prothese halbwegs verständlich sprechen und ohne Prothese Nahrung zu mir nehmen (das Wort essen wäre wirklich übertrieben), da ich sonst die Oberkieferprothese unfreiwillig ausgespuckt hätte. Damit war auch der Steakgenuss unmöglich geworden! Meine damalige Nahrungsaufnahme in Gesellschaft reduzierte sich auf zwei Gänge: spätestens nach mehreren Suppenlöffeln lockert sich die Oberkieferprothese und ich muss sie herausnehmen. Der zweite Gang bestand dann im Hinunterschlucken und Verdauen der Kukident-Klümpchen, dann war ich im wahrsten Sinne des Wortes satt!

Damit fing das Leiden nun erst wirklich an; ich überlebte zunächst zwei Knochenaufbauoperationen und die Einpflanzung von Implantaten im Unterkiefer, letztere mit Gefühlsstörungen am Kinn. Man glaubt es nicht, aber das stört eigentlich ziemlich ausgiebig; erstens ist es an sich unangenehm, zweitens ist es besonders beim Rasieren unangenehm (Sagen Sie bitte nicht, dann soll er sich halt einen Bart wachsen lassen; den habe ich ja schon, aber auch mit einem solchen muss man sich von Zeit zu Zeit rasieren lassen). Und drittens trenste ich dann, was natürlich neben den Sprechstörungen ohne und den Essstörungen mit Prothese zum sozialen Problem wurde!  Die Prothese des Oberkiefers war so unangenehm, dass ich sie zum Essen herausnehmen musste. Interessanterweise war vor allem der Genuss von  Gemüse wie Fisolen, Jungzwiebel usw. fast unmöglich, die können so zähe oder faserig sein, dass ich nicht zum Veganer wurde!

Nun habe ich endlich auch mein Oberkiefergebiss erhalten, aber keine Freud´ ohne Leid: zwei Tage später stießen Ober-und Unterkiefergebiss heftig gegeneinander, sodass von letzterem wieder zwei „Zähne“ ausfielen. Wenn die repariert sind, lade ich meine Freunde zu einem Jungzwiebelessen ein!

Damit ist dann hoffentlich meine leidvolle Zahnodyssee abgeschlossen; na ja, nicht ganz, die Rechnung ist noch nicht bezahlt…

 

Galapagos

Absolut einzigartig sind die Galapagosinseln! Bereits auf der Hauptinsel, von der man dann mit einem kleinen Schiff durch den Archipel geschippert wird, bleibt der Mund vor Staunen offen: man steht cirka zwei Meter vor einem Busch, in dem sich mehrere Pelikane zum Schlafen bereiten. Denen ist es völlig wurscht, ob man dort steht, sie beachten uns nicht einmal! Man geht weiter durch den kleinen Ort: auf einer Parkbank liegt ein Seelöwe, ungerührt wie bei uns ein Obdachloser im Sommer. Kurze Zeit später stehen wir am Landesteg unseres Schiffes, das gleiche Bild: in Greifweite sitzt ein Pelikan und kümmert sich nur um die Meeresoberfläche, in die er einige Sekunden später hinabtauchen wird, um einen Fisch zu holen! Und am Heck des Schiffes sonnt sich wieder ein Seelöwe!

Bei den folgenden Inselausflügen wiederholt sich dieses Bild immer wieder: wir stehen einen Meter vor einem Pärchen von Blaufußtölpeln, das völlig ungestört seinen anmutigen Hochzeitstanz vollführt! Diese Vögel haben einfach mein Herz erobert. Sie sind meine Lieblingsvögel, sowie Esel meine Lieblingstiere unter den Säugern sind. Beide haben gemeinsam, dass unsere überhebliche menschliche Rasse ihnen abschätzende Namen gegeben hat!

Direkt neben uns sitzt ein männlicher Fregattvogel mit knallrot geblähtem Hals und hat nur Augen für eine mögliche Lebensgefährtin! Diese wiederum hat nur Augen für den roten Beutel am Hals, je größer er aufgeplustert wird, desto begehrenswerter ist das Männchen. Ja, so sind halt alle Weibchen dieser Erde, es geht nur um Äußerlichkeiten, knallroter Hals oder knallroter Ferrari, unsere männlichen inneren Werte werden nicht beachtet. Und dann wundern sie sich, wenn die Männer so böse sind! Und die Fregattevögel können wirklich ganz schön böse sein, holen sie sich doch den größeren Teil ihres Futters als „Mundraub“ von anderen Vogelarten!

Nur auf der Insel San Cristobal gibt es Albatrosse, die größten fliegenden Vögel der Welt. Start und Landung sind nicht ganz einfach, aber sonst sind sie ein majestätischer Anblick. Auch sie ziehen ihre Jungen in unmittelbarer Nähe ohne Scheu auf.

Auf den Felsen liegend zahlreiche schwarze Meerechsen, die einzigen meeresvegetarischen, eigentlich sogar veganen Vertreter ihrer Art, die sich nach dem Aufwärmen zur Mittagszeit mit unglaublicher Behendigkeit ins Meer stürzen. Daneben gibt es deutlich weniger, aber größere Landechsen, ebenfalls auf vegane Nahrung eingeschworen, die sich an Kakteen gütlich tun. Hier gibt es einen Darwinischen Wettstreit zwischen Echsen und Kakteen: die Kakteen werden immer höher, um das Abfressen der unteren Knospen zu verhindern!

Am nächsten Tag ist eine „feuchte Landung“ an einem angeblich sehr schönen und leeren Strand geplant. Schon bei der ersten Annäherung sehen wir, dass die Strandbevölkerung mengenmäßig eher jener Caorles gleicht. Doch beim Näherkommen erkennen wir, es sind keine Menschen, sondern jede Menge Seelöwen. Nach der Landung legt man sich zwischen die Tiere und genießt dieses bisher nie gekannte und in Zukunft auch nie mehr wieder zu erlebende Ereignis! Man grunzt vor Wohlbefinden mit den Seelöwen um die Wette, wachelt sich Kühle zu, die einen mit der Flosse, die anderen mit der Hand, und bewundert die Pflege der Jungen. Und alle sind von den größten  Bullen gut bewacht, die vor dem Strand hin-und herschwimmen und brüllen. Dazu gesellen sich noch kleine Vögel, die sich ohne jede Scheu nähern, um Trinkwasser ergattern zu können, das wir ihnen dann in die Taucherbrillen schütteten!

Außerdem besitzen die Galapagos ein hochmodernes internationales Postwesen. Man wirft seine Post einfach in den Kasten ein und nimmt gleichzeitig Post heraus, die an Adressaten in der Nähe gerichtet ist, um sie dort hinzuschicken oder auszuteilen. Unsere Freunde bekamen die Post knapp nach unserer Rückkehr von der Reise!

Ich habe mir bereits mit 25 gesagt, die Erinnerung an schöne Reisen ist extrem wichtig und ich werde mit 80, so ich dieses Alter erreiche, sicher glücklich sein, unser Geld für Reisen statt für Wochenendhaus, teure Autos oder Scheidung auszugeben. Mit 66 stehe ich voll zu meiner Meinung vor 40 Jahren, und ich denke, ich werde in 40 Jahren beim Besuch des Himalaya und Besteigung des Annapurna immer noch der gleichen Meinung sein.

Die Sozialdemokratie und der kleine Werner

Als Sohn bürgerlicher Eltern (Vater „Landarzt zu Penzing“) wuchs ich natürlich in der Welt bürgerlicher Moral-und Politikvorstellungen auf. Allerdings beeindruckte mich bereits in den Jahren der Mittelschule, in denen man politisch zu denken anfängt, ein überzeugter Sozialist (damals noch so bezeichnet) im Bekanntenkreis meiner Eltern. Er bekleidete eine hohe Stellung als roter Hofrat im schwarzen Verwaltungsgerichtshof, sozusagen als offizieller „Spion“.

Meine Eltern hatten intensiven Kontakt mit einer Gruppe von zehn  etwa gleichaltrigen Ehepaaren; diese Gesellschaft wurde „Club“ genannt und traf sich etwa einmal wöchentlich zu Speis, Trank und Diskussion. Besagter „Spion“ und seine Frau waren die einzigen „Roten“ in diesem etwa 20 Mitglieder umfassenden „Club“. Und sie waren echte Rote, natürlich Leser des damaligen Organs der SPÖ, der Arbeiterzeitung. Sämtliche politischen Diskussionen richteten sich natürlich sofort gegen sie, was die beiden Wackeren aber nicht wirklich störte, sie gaben es den übrigen „Schwarzen“ in gleicher Münze zurück. Dazu muss ich hinzufügen, das Niveau dieser Diskussionen spielte sich deutlich über dem der letzten NR-Wahl ab!

Damals in der Oberstufe habe ich die Leistungen der Wiener Sozialdemokratie im Wien der Zwischenkriegszeit zum ersten Mal kennen-und schätzen gelernt!

Dennoch glaubte ich in Diskussionen, die sich um die angeblich „absurden“ Artikel der Arbeiterzeitung drehten, anfangs natürlich meinen Eltern. (Sie hatten die „Presse“ abonniert und waren durch diese Beeinflussung nicht wirklich linksradikal). Spätestens, nachdem ich wegen „Frech-und Rüpelhaftigkeit“ im Rahmen einer Eltern-und Schülerversammlung in der Schule von meinem Vater als 15jähriger eine öffentliche Ohrfeige mit anschließender Verurteilung zum Schulbesuch mit Sakko und Krawatte, einer unfassbaren Demütigung für einen Pubertären, verurteilt wurde, begann ich an der bürgerlichen Moraleinstellung heftig zu zweifeln und interessierte mich zunehmend für sozialdemokratische Werte; zunächst über den Umweg der „Liberalität“, was meinen besten Freund, der eine ähnliche Wendung (vom Mittelschülerkartellverband zur Vereinigung sozialistischer Studenten Österreichs vollzog) zu Spott und Hohn animierte und mich als „Sch…Liberaler“ titulierte. Spätestens aber beim Antritt Kreiskys als Bundeskanzler war ich in den Armen der Sozialdemokratie gelandet. Ich bewundere seine Leistung noch heute, er hat aus einem immer noch spätmittelalterlichen Ständestaat der ÖVP-Alleinregierung 1966-1970 ein modernes Staatswesen geschaffen. Trotzdem freute ich mich besonders im Rahmen der Volksabstimmung über Zwentendorf, dass meine Eltern gegen die Atomenergie stimmten, nur um Kreisky eins auszuwischen. Meine Wünsche gingen beide in Erfüllung: Zwentendorf ging nicht in Betrieb, und Kreisky erstand trotzdem in der nächsten Wahl wieder wie Phönix aus der Asche! Er spielte mit seinen politischen Gegnern einfach Katz und Maus!

Natürlich war er absolut nicht fehlerfrei; da er nur den Austrofaschismus, aber nicht den Nationalsozialismus am eigenen Leib erfuhr, hatte er zu den Blaunen ein deutlich besseres Verhältnis als zu den Schwarzen.

Kreiskys Generation der Sozialdemokratie mit Broda, Firnberg und anderen besaß neben fortschrittlichen Ideen vor allem eines: Rückgrat. Leider ist das in den letzten Jahrzehnten verlorengegangen, was ich als Wirbelsäulenchirurg natürlich besonders bedauernswert finde, vor allem deswegen, weil es uns trotz intensivster Bemühungen bisher nicht gelungen ist, bei einem Rückgratlosen eine chirurgisch erfolgreiche Behandlung durchzuführen. Na ja, eine solche wäre theoretisch durch eine Versteifung der Wirbelsäule vom Hinterhaupt bis zum Kreuzbein in aufrechter Position schon möglich, scheiterte aber bisher am Willen der Betroffenen, sich so behandeln zu lassen!

Das Problem fing bereits mit Vranitzkys voreilendem Gehorsam gegenüber den Putschisten beim missglückten Putschversuch der Kommunisten gegen Gorbatschow und Jelzin an und fand bei den peinlichen Rechtsüberholungsversuchen der Freiheitlichen vieler einheimischer Politiker, zum Beispiel mit anschließender Koalitionsbildung mit selbigen durch Hans Niessl im Burgenland seinen bisherigen Höhepunkt. Einzig Michael Häupl schritt mit aufrechter Gesinnung zum Wahlkampf, und diese erhielt auch Anerkennung! Und selbst, wenn er verloren hätte: besser in die Opposition gehen als seine Ideale verraten!

Leider, bei Werner Faymann wäre man wirbelsäulenchirurgisch komplett hilflos gewesen, da fehlte einfach zu viel Substanz am Rückgrat!

Übrigens bin ich der Meinung, sozialdemokratische Regierungschefs sollten diesen Posten nur dann bekommen, wenn sie einen ehrenhaften Beruf erlernt haben, in den sie nach ihrer politischen Karriere zurückkehren können!  Andernfalls treiben sie später ihr Unwesen in der Beratung russischer Oligarchenstrukturen (Herr Schröder), im Bank(un)wesen, Immobilien(un)wesen und als Lobbyist (Herr Gusenbauer in einem kanadischen Konzern, der Rumänien wegen des Versuchs der Umwelterhaltung gegenüber zyanidgetriebenen Goldabbau klagt!) sowie neuerdings auch Herr Faymann.

Diese Herren wissen ja gar nicht, was sie der Sozialdemokratie antun, wenn sie ihre angebliche sozialdemokratische Einstellung auf diese Weise verraten! Man legt seine politische Ideologie nicht ab wie ein schmutziges Hemd; in der Jugend anarchistische und linkssoziale Phrasen dreschen und im Alter Knechte der Großindustrie zu werden, das ist die wahre Ursache des Verfalls der Sozialdemokratie!

Betrachtungen über gelassenes Altern

Hier gibt es natürlich zahlreiche Stimmen, die dieser Tätigkeit absolut nichts Positives abgewinnen können. Am krassesten hat es wohl Klaus Kinsky in seiner bekannt liebevollen Weise ausgedrückt „Wer mir vom schönen Altern spricht, dem haue ich eine in die Fresse!“ Aber Kinsky war ja dafür bekannt, in vielen Situationen, sagen wir es einmal vornehm, klare Aussprüche getätigt zu haben. Und „in die Gosch`n hauen“, sagen wir`s doch auf Wienerisch, klingt gleich viel menschlicher, kann er mir aus postbiologischen Gründen auch nicht mehr!

Viel besser gefällt mir da eine Bemerkung des österreichischen Fernsehmannes Teddy Podgorsky. Er meinte sinngemäß, im Alter müsse man sich fast tagtäglich damit abfinden, dass irgendetwas, das man gestern noch problemlos konnte, heute nicht mehr funktioniere. Da muss ich ihm natürlich Recht geben.

Auf der anderen Seite lebe ich als Orthopäde ja großteils von dieser Tatsache, darf mich also nicht beklagen. Frauen sehen unsere männliche, sagen wir Rückentwicklung, viel schlimmer, eine meiner BekanntInnen bemerkte ungerührt, ihr Mann „zerbrösle langsam vor sich hin“. Und wenn man als Ältere(r) schuldlos von einem Auto niedergeschoben wird, ist es äußerst schwierig, Rechtsansprüche geltend zu machen, denn der unfallchirurgische Gutachter geht dann immer vom Standpunkt aus, der war eh schon vollständig degeneriert und kaputt, und das Auto hätte an der Situation gar nichts verschlechtert, ganz im Gegenteil! Nach dem Durchlesen eines solchen Gutachtens ist man dem Autofahrer auch noch dankbar! Dazu muss allerdings vermerkt werden, dass ärztliche Gutachten in Österreich sehr schlecht bezahlt werden und sich daher nicht immer die Creme de la Creme unseres Berufsstandes damit beschäftigt.

Ich gebe zu bedenken, dass diese immer wieder neu festzustellenden Unzulänglichkeiten auch positiv angesehen werden können. Wir müssen nicht mehr jeden sportlichen Blödsinn aus gesellschaftlichen Gründen mitmachen, und wenn man das Glück hat, dass es die Schulter erwischt, muss man nicht einmal mehr mit Golf beginnen! Tennis (ein blöder Sport, bei dem man sich über sich selbst sowas von ärgern kann!) geht wegen des Aufschlags sowieso schon seit längerer Zeit nicht, außerdem droht auch die Möglichkeit: „Durch die Wucht von Tennisbällen, drohen manchmal Penisdellen!“

Man darf ohne schlechtes Gewissen den Aufzug benützen und die Freuden des Liftfahrens erleben, und kann das Fitnesstraining mit der Entschuldigung verweigern, ein Meniskus wäre eingeklemmt, die Wirbelgelenke zwischen 4.und 5. Lendenwirbel würden sich teleskopartig ineinanderschieben und man hätte ein schmerzhaftes Fasziensyndrom an der rechten Kleinzehe (Wc=großes Weh an kleinem Zeh). Natürlich wird dann ein einzig-und großartiger Fascientherapeut, gepriesen durch das „Grüne Blatt“, und  die „Zeitschrift für biologische Veganer“, mit Rat und Tat beiseite stehen! Auch wird das „biovitale Gesundheitsmagazin“ die definitive und endgültige Heilung anbieten, allein, meist nur mit mehr als begrenztem Erfolg,  ziemlichen hohen Kosten und ziemlich schlecht schmeckender Kost!

Ich gebe aber zu, dass es fatale Ausritte des Seniorendaseins gibt: eine „One-way-Ticket-Reise “ (sind Sie mir bitte nicht über die englische Ausdrucksweise böse, aber hier ist  Englisch einfach treffender als Deutsch! Oder sollte man schreiben: Hinreise ohne Rückfahrkarte, nur Hinreise oder Ähnliches?) in die Alzheimat beschert zwar täglich  viele neue Bekanntschaften, und man wird dann wahrscheinlich selten dazu gebeten  werden, eine Ansprache zu halten oder die Steuerabrechnung selbst zu machen. Dennoch wage ich es nicht, über die Lebensqualität im Alzheimerland Aussagen zu machen.

Aber sonst ist das Altern einfach herrlich: kaum jemand außer der eigenen Frau kritisiert den Mittagsschlaf, und nicht einmal die eigene Frau kritisiert es, wenn man morgens länger schläft (da sie das auch selbst gerne macht). Man fordert Sex nicht, sondern ist hocherfreut, wenn es klappt. Bei Stau auf dem Flughafen kann man sich im Rollstuhl durch die Gegend führen lassen, und die berufliche Ausbildung ist heute meist so, dass man auch als mehr als Sechzigjähriger durchaus die Nase vorne haben kann, wenn man fachlich „am Ball“ bleibt und jemanden hat (wie meine Frau), der (die) einem den Computer erklärt!.

Viele Jüngere dürften vor allem darunter leiden, dass der Senil-or sich lächerlich macht, wenn er bedruckte T-Shirts , Tattoos oder lange Haare trägt;  ich würde sagen, bei dem T-Shirt kommt es nur auf den Spruch an, lange Haare sind durchaus erlaubt und können auch würdevoll aussehen (Einstein!) und Nasenringe sowie Tattoos schauen ehrlich gesagt auch bei Jugendlichen dämlich aus. Einen Prinz Albert (gemeint ist weder der oben genannte Einstein noch der monegassische Thronfolger, Lösung siehe Wikipedia) braucht man nicht, da man es auch so schafft, außer man spielt schon lange Golf!

Ich könnte noch monatelang über die Vorteile des Alterns schreiben, wenn mich nicht ein plötzlicher Gichtanfall, der eingeklemmte Meniscus bei fortschreitender Abnützung des Kniegelenks und die plötzlich schon wieder aufgetretene teleskopartige Ineinanderschiebung der Wirbelgelenke L4/5 daran hindern würden!

Konzentrierte ministerielle Aussagen

Jetzt hat er also zugeschlagen, der ursprüngliche Chargon, den zahlreiche Herren der FPÖ offenbar untereinander pflegen. Es ist auch wirklich nicht leicht, Ausdrücke wie „Flüchtlinge konzentrieren“ zu vermeiden, wenn man ständig mit schlagenden Burschenschaftern zu tun hat und Reden auf sogenannten „Kameradschaftstreffen“, etwa auf dem Ulrichsberg hält. Wahrscheinlich werden noch andere „ungewollte Entgleisungen“ wie „entartet“, „rassisch fragwürdig“ usw. folgen. Es ist halt auch rein sprachlich nicht leicht, Jahrzehnte unter Seinesgleichen zu verbringen und plötzlich hohe Ämter in einem demokratischen Rechtsstaat zu bekleiden, noch dazu, wenn man den FPÖ-Fake-Newsverbreiter bei unzensuriert.at als Kommunikationschef und einen Teufel als Kabinettschef im Ministerium sitzen hat (Roland Teufel, laut Archiv des des österreichischen Widerstands rechtsextrem).

Dabei kann man inhaltlich dem Herrn Minister für Inneres, Kavalleriewesen und politische Poesie gar keine Vorwürfe machen, denn das, was er vorhat, entspricht ja definitionsgemäß einem Konzentrationslager durchaus: die Anhaltung von Asylwerbern, also Menschen, die nach der Genfer Flüchtlingskonvention das Recht auf ein anständiges Asylverfahren ohne Beraubung von Freiheit oder Besitz haben, mit deutlich eingeschränkter Rechtsfreiheit, also Ausgangsverbot, Abnahme von Vermögen und Handys etc. zusammenzupferchen.

Ich kann und will mir nicht vorstellen, dass ein solches Vorhaben vor dam österreichischen Verfassungss-oder dem Europäischen Gerichtshof akzeptiert wird! Neben dem Widerspruch gegen die Menschenrechte ist dieses Vorgehen auch gegenüber der österreichischen Wirtschaft definitiv schwachsinnig. Statt bei Asylansuchen bei hochintelligenten Flüchtlingen mit guten Deutsch-und auch anderen Kenntnissen den Vorteil einer Einbürgerung dieser Menschen in unser überaltetes Land zu ermöglichen, werden immer wieder Hochqualifizierte zurückgeschickt, wie zahlreiche Berichte aus ganz Österreich beweisen.  Bestenfalls bietet man einem syrischen Arzt das Einschachteln von Medikamenten an!

Das entspricht einem rassistischen Hochmut, der es nicht für möglich hält, dass qualifizierte Berufsangehörige nichteuropäischer Staaten zumindest gleichgut, wenn nicht besser ausgebildet sind als Einheimische! In vielleicht 20 Jahren wird sich die Erkenntnis hochwertiger Medizin auch in nichteuropäischen Staaten sogar bei der Ärztekammer durchsetzen! Bis dahin werden auch trotz Ärztemangels Kollegen aus Flüchtlingsländern Medikamente einschachteln müssen!

Ein Rechtsstaat hat die Pflicht, Asylberechtigte aufzunehmen; er hat aber auch das Recht, eventuell nicht Asylberechtigte qualifizierte und bemühte junge Menschen aufzunehmen, wenn es im Interesse des Staates liegt und wenn verblödete Gesetze dies nicht verbieten!

 

 

 

 

Hojotoho!

Jetzt bekommen wir also eine polizeiliche Kavalleriebrigade in Wien. Dazu erlaube ich mir einige Anmerkungen:

Als akustisches Warnsignal wäre statt des nervtötenden Tatütata natürlich bei Reiterinnen mit blonder wehender Mähne der Walkürenritt angezeigt. Wohin sich die Damen und Herren das Blaulicht kleben, muss noch geklärt werden. Als eingefleischter Wiener erwartet man sich doch, dass unsere Kavallerie auf Lippizanern daherkommt und nach erfolgreicher Verbrecherjagd auch hie und da eine Levade, Courbette oder Capriole für die Öffentlichkeit einlegt.

Einige rechtliche Unklarheiten müssten allerdings noch beseitigt werden: darf das Reiterkorps akut einen gemütlich daherkommenden Fiaker requirieren? Oder in der Freudenau das siegreichen Pferd, und wen ja, mit oder ohne  Jockey? Dürfen die Pferde Äpfel hinterlassen?

Das Hauptproblem wird allerdings die Zuordnung im Verkehr sein. Der Gehsteig wird´s ja wohl nicht sein können, oder höchstens im Schritt. Auch die Radwege könnten Probleme aufwerfen. Die Bus-und Taxispuren könnten höchstens im gestreckten Galopp herhalten! Für den Trab würde man also eigentlich eine neue Spur benötigen. Ich stelle mir jetzt also die Burggasse vor: zwei Gehsteige; neben dem rechten Gehsteig die Bus-und Taxispur, etwa dann der Polizeireitweg, oder scheuen dort die Pferde? Die Radfahrer bekommen natürlich eine eigene Spur, benützen aber sowieso alle anderen auch inklusive die Gehsteige!

Für den Privatverkehr wird es dann bereits verdammt eng, ich würde diese Fahrbahn nur mehr als Smartspur bezeichnen. Was aber ist, wenn künftig wieder ein(e) MinisterIn wie einst Bandion-Ortner eine eigene Spur einfordert?

Bitte, und was machen wir im Sommer, wenn Fiaker wegen extremer Hitze nicht fahren dürfen? Da bleibt eigentlich nur mehr der Umstieg auf Kamele!

Allerdings muss wohl Folgendes bedacht werden: ein guter Teil der heute agierenden internationaler Verbrecherbanden wird sich durch Reiter nur schwer beeindrucken lassen, im Rahmen der weiteren Aufrüstung sollte man daher auch an den Einsatz von Streitwagen im Sinne der antiken Kampfgefährte denken, auch ein „Hannibal“ Korps mit Streitelefanten wäre nicht zu verachten!

Man sieht also, die neue Regierung hat hier noch einige Nüsse zu knacken, bis Diebstahl, Raub und Terror equestrial gestoppt werden können!

Eine Aufwertung ergäbe das Ganze natürlich für die Begegnungszonen in der Mahü: ein orientalisch anmutendes buntes Treiben von Fußgängern, Pferden, Elefanten, Kamelen und Radfahrern, Rollschuh-und Segwayfahrern uva. Würstelstand neben Haferbude…

Da der oberste „Kriegsherr“ dieser animalischen Kampftruppe im Westen Wiens beheimatet ist, bietet sich diese Region als „Wilder Westen“ für die ersten Probeeinsätze an! High Noon in Purkersvillage!